Nachwuchs fehlt

Reinhard Ringwald Samstag, 17. September 2022 von Reinhard Ringwald

Welle von Pensionierungen

Deutschland fehlen hunderttausende Beamte

Die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge gehen in naher Zukunft in den wohlverdienten Ruhestand. Zurück bleiben dabei massive Personallücken, die sich immer mehr auch im öffentlichen Dienst bemerkbar machen.
Der Beamtenbund fordert, dass der Bund und die Länder schnell reagieren müssen. Deutschland fehlt nach Schätzung des Deutschen Beamtenbundes (dbb) im öffentlichen Dienst massiv Personal.

”Nach Einschätzung unserer 40 Mitgliedsgewerkschaften fehlen 360.000 Beschäftigte”, sagte der dbb-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach der ”Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. ”Dabei berücksichtigen wir nicht nur offene Stellen, sondern auch den Personalbedarf, der sich durch neue Aufgaben ergibt.”

Angesichts der Welle von Pensionierungen forderte der dbb-Chef mehr Stellen, eine Reduzierung der Arbeitszeit für Beamte und leistungsgerechte Bezahlung. Silberbach verwies darauf, dass es sich bei der Zahl der fehlenden Stellen nur um eine Momentaufnahme handele. ”In den nächsten Jahren wird die Zahl aufgrund der Pensionierung der Babyboomer-Jahrgänge noch viel größer.” Um den Personalmangel zu beheben, forderte Silberbach eine langfristige Personalplanung in der Verwaltung, die den demografischen Wandel berücksichtige. Zum anderen müsse der öffentliche Dienst durch Anreizsysteme attraktiver gemacht werden.

Langfristige Personalplanung notwendig

Mit der Arbeit der Bundesregierung zeigte sich Silberbach unzufrieden. ”Bei der neuen Regierung wundern mich die Prioritäten: Die Bundesinnenministerin spricht über Equal Pay im Fußball und Frührente für Ehrenamtliche, anstatt endlich die Wochenarbeitszeit der Bundesbeamten zu reduzieren und eine langfristige Stellenplanung in der Verwaltung anzugehen.”

2020 arbeiteten im öffentlichen Dienst von Bund, Ländern und Kommunen knapp 4,97 Millionen Beschäftigte, wie aus dem ”Monitor öffentlicher Dienst” des Beamtenbunds dbb hervorgeht. 2019 waren es demnach rund 4,88 Millionen und im Jahr davor 4,80 Millionen. Mit rund 2,5 Millionen Beschäftigten macht das Personal der Länder den größten Anteil im öffentlichen Dienst aus. Es folgen die Kommunen mit 1,6 Millionen Beschäftigten, rund 500.000 beim Bund und knapp 400.000 bei den Sozialversicherungen.

Quelle: ntv.de, bek/dpa

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.