Reinhard Ringwald Freitag, 13. März 2020 von Reinhard Ringwald

Es ist an die Öffentlichkeit gekommen, was vielleicht vertuscht werden sollte.

Digital oder was?

Es ist an die Öffentlichkeit gekommen, was vielleicht vertuscht werden sollte. Das Kammergericht in Berlin war Ziel einer digitalen Attacke. Ich schreibe es gleich vorweg: „Schadenfreude ist hier Fehl am Platz“. Ich stelle mir das so vor, dass über Nacht im Kammergericht zu analogen Zeiten der gesamte Aktenbestand

beseitigt wurde. Dabei geht es nicht „nur“ um die Akten die fehlen. Es geht auch um den Akteninhalt. Zeugen, verdeckte Ermittler, vertrauliche Infos und so weiter. Es geht darum, dass sich Prozesse und Ermittlungen erheblich verzögern. Es geht darum, dass gegebenenfalls Verdächtige oder Angeklagte aus der Haft entlassen werden müssen, weil gesetzliche Fristen zur Prozessführung nicht eingehalten werden können.

Und… es geht darum, dass das Vertrauen in die Justiz schwindet. Eine Justiz, die als eine der stützenden Säulen ein demokratisches Gesellschaftssystem am Leben hält.

Weshalb das ausbilden, was Computer besser können? Ausbildung geht in der Justiz nach wie vor so, dass auch Tätigkeiten gelehrt werden, die immer öfters von Fachanwendungen übernommen werden oder künftig von diesen übernommen werden können. Wir vermissen Ausbildungsinhalte, die den Unterstützungsbereich fit für künftige Aufgaben macht und ihnen damit ihren Arbeitsplatz sichern.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, andere Menschen können wir nicht ändern. Wir müssen uns selbst ändern. Erst unsere Änderungen veranlassen andere Menschen, sich selbst zu ändern. Das ist absolut auf Ihren Arbeitsalltag übertragbar. Haben Sie sich darüber schon mal Gedanken gemacht?

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