Gerichtigkeit

Warum es eine gemeinsame Gerechtigkeit nur mit Gewerkschaften geben wird

25.08.2017 - Reden wir von Arbeit, der Arbeitsstelle, einer Kündigung, Verdienst, Urlaub oder Krank am Arbeitsplatz ist damit immer eine menschliche Person verknüpft. Vermehrt stellen wir als Gewerkschaft auch in der Landesjustiz von Baden-Württemberg fest, dass es in den Justizbehörden auffallend oft unmenschlich zugeht. Unmenschlich deshalb, weil gerade bei den eingangs genannten Themen Probleme ohne Bezugnahme auf die Person gelöst werden. Es wird sozusagen nicht mit der Person, sondern über die Person gesprochen.

Für Menschen ist Arbeit wichtig. In der Arbeit verwirklicht sich der Mensch. Er entfaltet sich vom Individuum zum Menschen. Arbeit ist die am häufigsten verbreitete Form der Zusammenarbeit zwischen Menschen: indem sie unsere Kinder erziehen, Maschinen bedienen oder in einem Büro eine Dienstleistung erbringen. Arbeit ist für alle Beteiligten eine gesellschaftliche Notwendigkeit und Stütze: sie lässt uns leben und bringt die Gesellschaft voran. Und weil der Mensch nicht nur fürs Arbeiten geschaffen ist, muss er ausruhen oder sich regenerieren. Wird ein Arbeiter krank, denken Arbeitgeber im Namen der Effizienz schnell daran, den nicht mehr Leistungsfähigen auszusondern.

Dem "sozialen" Wirtschaftsleben fehlt etwas

Warum müssen (!) ältere Menschen, die auf 40 bis 50 Jahre Arbeitsleben zurückblicken können, immer noch länger arbeiten? Warum zwingen damit Arbeitgeber die jungen Menschen nicht zu arbeiten? Warum gibt man jungen Menschen nicht Festverträge, damit sie sich durch ihre sichere Arbeit endlich besser entfalten können? Wenn jungen Menschen der adäquate Weg in ein erfülltes Arbeitsleben verweigert wird, fehlen den Arbeitgebern für ein „soziales“ Wirtschaftsleben dann nicht Energie, Begeisterung, Innovation, Lebensfreude, Identifikation und allgemeine Zufriedenheit?

Ja, wir tun es!

Wir als Gewerkschaft schützen nicht nur die Rechte unserer Mitglieder. Nein! Wir sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst und setzen uns durch unsere ehrenamtlichen Funktionäre auch für jene ein, die keine Arbeit haben, die Zeitverträge haben oder die entlassen werden sollen. Ja, wir tun es! Unsere Mitglieder setzen sich tagtäglich für Ihre Kolleginnen und Kollegen ein, die kein Mitglied einer Gewerkschaft sind. Jeder hat das Recht auf Arbeit und dieser sozialen Verantwortung stellen wir uns.

Gewerkschaft ist von den griechischen Worten „dike“ und „syn“ abgeleitet und bedeutet „gemeinsame Gerechtigkeit“. In unserer heutigen Zeit haben Arbeitgeber vergessen, den Wert einer Gewerkschaft zu verstehen. Vergessen, weil sie die sozialen Beweggründe einer sozialen Marktwirtschaft aus den Augen verloren haben.

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