Sozial gerecht

Reinhard Ringwald Dienstag, 1. März 2022 von Reinhard Ringwald

Internationaler Tag der Gerechtigkeit

Was heißt Sozial gerecht?

Zum Internationalen Tag der sozialen Gerechtigkeit, den die Vereinten Nationen jedes Jahr am 20. Februar ausrufen, haben wir uns gemeinsam mit den dbb senioren und der dbb jugend für eine Neuauflage des Generationenvertrags ausgesprochen. Unser Anliegen ist es, die Frage nach der Verantwortung der Generationen füreinander wieder stärker in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft zu rücken und für eine sinnvolle Verzahnung von Arbeits-, Sozial- und Familienpolitik zu werben.

Ein wichtiger Aspekt, der hier immer mitspielt, ist das Verständnis von sozialer Gerechtigkeit. Wir wollen in diesem Zusammenhang vor allem auch das Bewusstsein dafür schärfen, dass es bei der Generationenfrage wichtig ist, bisherige Kategorien wie jung und alt, Menschen mit beziehungsweise ohne Kindern, Berufstätige und Arbeitslose zusammenzudenken. Denn häufig überlappen sich diese sozialen Kategorien und Menschen, die gestern noch als erfolgreiche Berufstätige galten, gehören morgen vielleicht zu den arbeitslosen Alleinerziehenden.

In diesem Kontext wollen wir den Blick um ein weiteres Sichtfeld weiten. Der Begriff der sozialen Gerechtigkeit ist eng verknüpft mit der Definition von sozialer Benachteiligung. Auch diese ist vielschichtig. Es gibt nicht die eine „Diskriminierung“, häufig werden Menschen aufgrund unterschiedlicher Merkmale mehrfach benachteiligt. Sprich häufig ist es nicht eindeutig, ob eine Frau aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert wird oder weil ihr Name vielleicht eine Migrationsgeschichte suggeriert. Im schlechtesten Fall verstärken sich beide Merkmale sogar gegenseitig. Dann spricht man von Mehrfachdiskriminierung oder intersektionaler Diskriminierung.

Besonders gut dokumentiert ist das Phänomen im schulischen Umfeld und in der Arbeitswelt. Umso wichtiger wird es, den Anspruch auf soziale Gerechtigkeit um die intersektionale Perspektive zu erweitern. Wir haben in dieser Ausgabe von „frauen im dbb“ Dr. Emilia Roig, Gründerin des Center for Intersectional Justice e.V. (Zentrum für intersektionale Gerechtigkeit), dazu befragt. Im Interview erklärt sie, wie wir unsere Gesellschaft mit einer offenen und optimistischen Haltung ein Stückchen gerechter machen können. Und zwar indem wir die komplexe Vielfalt, in der wir leben, auch als das wertschätzen, was sie ist, nämlich als Bereicherung.

Soziale Benachteiligung 

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.