Tarifverhandlungen 2019

Reinhard Ringwald Mittwoch, 6. Februar 2019 von Reinhard Ringwald

Arbeitgeber legen kein wertschätzendes Verhalten an den Tag

Knarziges Brauchtum der Arbeitgeber

Es ist doch schon richtig knarziges Brauchtum, wenn sich im Rahmen von Tarifverhandlungen öffentliche Arbeitgeber das erste Mal mit den Gewerkschaften an den Tisch setzen. Knarzig, verstaubt und nicht mehr zeitgemäß ist das in keiner Weise wertschätzende Verhalten der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite. Auch kürzlich wieder.

Den Hintern aufreisen

Sie öffnen ihre Schatulle in der es mittlerweile so richtig eng ist. Sie droht zu bersten. Nein – nicht wegen des Geldes, was sich seit Jahren anhäuft, weil sich eine Steuerschätzung nach der anderen übertrifft. Sie droht zu bersten, weil die Gründe, den bienenfleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eben keine (!) Lohnerhöhung zu gewähren ans Tageslicht wollen. Unsere öffentliche Arbeitgeber suchen bei jeder Tarifverhandlung, wirklich bei jeder nur nach Gründen, entweder nichts zu geben oder nur wenig. Nie das, was wir uns durch unsere Leistung verdient haben. Es geht bei der Arbeit für den Staat, die Gesellschaft nicht nur darum, dass Akten bearbeitet und Recht durch- und umgesetzt wird. Es geht darum, dass wir uns auf gut deutsch „den Hintern aufreisen“, damit das Gebilde Staat nicht bröckelt und sich schließlich die Gesellschaft nicht verselbständigt. Wir wollen nicht, dass man uns mit Gold überhäuft. Was wir wollen ist, dass sich unsere Arbeitgeber endlich wie Arbeitgeber verhalten. Gute Arbeit muss gut bezahlt werden. Sei es in harter oder weicher Währung, Geld oder soziale Komponenten. Und wir wollen, dass unser Arbeitgeber uns als Mensch schätzt und ihm unsere Gesundheit und damit seine Arbeitskraft wichtig sind. Und das nicht nur auf dem Papier.

Armutszeugnis

Ein Armutszeugnis, das es wohl nur in dem schönen Deutschland gibt: gerade öffentliche Arbeitgeber kommen vermehrt erst dann in die Gänge, wenn oberste Gerichte aufgrund von Klagen von Mitarbeitern entscheiden, dass die Bezahlung oder Nichtbezahlung von Löhnen, Lohnbestandteilen etc. gegen geltende Gesetze verstößt. Das ist traurig. Das ist keine Alimentierung. Das ist keine Fürsorge. Das ist moderne Sklaverei.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn Sie mit den Bedingungen, unter denen Sie arbeiten müssen und der Bezahlung dafür unzufrieden sind – unterstützen Sie uns, unterstützen Sie die Gewerkschaften und letztlich unterstützen Sie sich selbst und gehen Sie mit auf die Straße. Beachten Sie unsere Infos, sollte es zu Kundgebungen, Warnstreiks oder Streiks kommen. Bekennen Sie Farbe. Zeigen Sie Flagge.

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